Baugrubensicherung Wehranlage Fürstenberg

Referenzblatt (PDF)

Ausführungsplanung für den Verbau der Wehrbaugrube und die Sicherung einer denkmalgeschützten Stadtvilla in Fürstenberg an der Havel.

Der Ersatzneubau der Wehranlage Fürstenberg in der Brandenburger Straße wurde im Auftrag des Wasserstraßen- und Schifffahrtamtes Eberswalde durch die EUROVIA Verkehrsbau Union mit Sitz in Lindow realisiert. Die PTW war als technisches Büro durch das Bauunternehmen gebunden.

Die innerstädtische Lage des Baufeldes an der unmittelbar angrenzenden, denkmalgeschützten Stadtvilla und am Standort des ehemaligen Turbinenhauses einer Wasserkraftanlage stellten besondere Anforderungen an die Planung und Baudurchführung. Zur Errichtung einer trockenen Baugrube waren zunächst umfangreiche Erkundungs- und Sicherungsmaßnahmen an dem historischen Gebäude erforderlich.

Zur Gewährleistung der Vorflut wurde südlich des Baufeldes eine temporäres Umflutgerinne in Spundwandbauweise angelegt. Das Wasser des Mühlgrabens floss somit unmittelbar an der Baugrube vorbei. Die Andienung der Wehrbaugrube erfolgte über 2 Behelfsüberfahrten.

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Die Baugrube für das neue Wehr wird nordöstlich von der denkmalgeschützten Villa flankiert. Es handelt sich um das mehrfach umgebaute und erweiterte Wohngebäude des ehemaligen Mühlenbesitzers und Fabrikanten Ludwig Behrns. Aufgrund seiner späteren Nutzung als Internat der Bäckerinnung ist es auch unter der Bezeichnung “Müller-Internat” bekannt geworden.

Zur Vorbereitung der Verbauarbeiten war zunächst umfangreiche Bestandsaufnahme und -erkundung des mehrstöckigen Gebäudes erforderlich. Insbesondere die unklare Gründungssituation führte dazu, dass die Villa letzlich durch eine vorgesetzte und am Kopf rückverankerte Bohrpfahlwand (VDW-Wand) dauerhaft gesichert werden musste. Um den Lastabtrag und eine sichere Baudurchführung zu gewährleisten, waren weiterhin temporäre Abstützungen im Gebäudeinneren und die Sicherung des Schmuckgiebels erforderlich. Die Bewegungen des Gebäudes wurden während der gesamten Zeit der Tiefbauarbeiten koninuierlich messtechnisch überwacht.

Die Untergrundabdichtung der Baugrube konnte durch eine tiefliegende HDI-Abdichtungssohle erfolgreich realisiert werden. Hierzu war zunächst der Gründungskörper des ehemaligen Turbinenhauses zu durchkernen. Durch eine unterhalb der Baugrubensohle im Düsenstrahlverfahren hergestellte, hydraulisch durchlässige Aussteifungssohle konnte die Belastung des Verbaus reduziert und die Baugrubenaussteifung optimiert werden.

Nach Aushub bis auf Endtiefe wurde der Ersatzneubau der Wehranlage in trockener Baugrube realisiert. Die gesamten Aushubarbeiten wurden archäologisch begleitet.