Fischaufstiegsanlagen Kossenblatt / Spree

Referenzblatt (PDF)

Auftraggeber
Landesumweltamt Brandenburg
Abteilung Ökologie, Naturschutz, Wasser
Referat Ö5 – Hochwasserschutz, Wasserbau, Baudienststelle
Leistungsumfang
Hydraulische Berechnung,
Objektplanung,
Tragwerksplanung,
Örtliche Bauüberwachung
Bauausführung
2004 bis 2006

Allgemeines

Die Stauhaltung Kossenblatt liegt an der Spree am Flußkilometer 144,140 ca. 13 km südwestlich von Beeskow. Sie befindet sich im Bereich der Krummen Spree zwischen dem Neuendorfer und dem Glower See. Unmittelbar oberhalb der Stauanlage Kossenblatt teilt sich die Spree in die Hauptspree und die Schloßspree (Mühlenspree). Durch Fischaufstiegsanlagen in beiden Spree wird die lineare Durchgängigkeit an der Staustufe für die Fischfauna gewährleistet.

Fischaufstiegsanlage Hauptspree

Die Fischaufstiegsanlage in der Hauptspree ist Teil des Komplexbauwerks Wehr und Schleuse Kossenblatt und befindet sich zwischen Wehranlage und Bootsschleuse. Es handelt sich um einen 2,5 bzw. 3,0 m breiten Schlitzfischpass (Vertical-Slot-Pass) mit einer Schlitzweite von 30 cm. Der Wasserspiegel im Gerinne wird durch die eingebauten Stauwände insgesamt 11 mal gebrochen. Durch ein in die Wehrwange integriertes Bypasschütz kann der Wasserspiegel im 8-ten Becken angehoben und damit die Lockströmung bei geringen Stauspiegeldifferenzen zusätzlich verstärkt werden.

Schlitzpass im Bau
Draufsicht auf den Einlaufbereich
Ansicht mit Kran für Kontrollreuse
 

Das Gerinne ist halbseitig mit Lichtgitterrosten abgedeckt, um die Kontrolle und Reinigung der Anlage zu erleichtern. Für Revisionszwecke sind zudem im Ober- und Unterwasser Verschlussnischen für Dammbalken vorgesehen. Ein Schwimmbalken am Einlauf verhindert den Eintrag von Geschwemmsel. Auf dem oberwasserseitigem Fischpasspfeiler wurde ein Säulenkran für das Einsetzen einer Kontrollreuse zur Funktionskontrolle montiert.

Fischaufstiegsanlage Schloßspree

Die Fischaufstiegsanlage in der Schloßspree wurde im dafür vorgesehenen linken Wehrfeld des Schloßspreewehres eingebaut und ist in einer naturnahen Bauweise als Sohlgleite in Riegelbauweise hergestellt. Als Trennung des Fischaufstiegs vom Wehr dient eine Stützmauer in Stahlbetonbauweise in Verlängerung des Mittelpfeilers. Die linksseitige 1:2 geneigte Böschung (befestigt mit Wasserbausteinen) sowie ein 80cm breiter Weg zur Kontrolle und Pflege der Anlage vervollständigen den Fischaufstieg. Es wurden 12 Riegel aus natürlichen großformatige Bruchsteinen eingebaut. Die Beckenwassertiefen liegen über der vorgegebenen Mindestwassertiefe von 50cm.

Einbau der Steinriegel
Ansicht Wehr und Fischpass
Einlaufbereich im Oberwasser